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Trophy Reitschule/Pensionsstall Trophy-Travel

Bericht

Wanderritte in Frankreich und der Schweiz Mit dem eigenen Pferd verreisen? Oder auf einem Mietross Ferien im In- und Ausland verbringen? Diese Möglichkeit bietet seit Jahren das kleine Unternehmen „Trophy Travel“, das dem Reitstall von Joe Meury und Sabine Baur angegliedert ist: der Betrieb aus dem elsässischen Lutter (unweit der Basler Grenze) ist vor allem auf Ritte in Frankreich und der Schweiz spezialisiert. Luzia Stettler zählt seit Ende der achtziger Jahre zu den Stammkundinnen: Für „Pferdewoche“ schildert sie, warum sie regelmässig mit ihrem französischen Vollblüter Charly diese Form von Ferien wählt. Ich gebe es zu: ich bin regelrecht süchtig nach diesen „Reit-Wochen“. Sie bieten mir eine Garantie, die Alltags-Sorgen hinter mir zu lassen und mit Gleichgesinnten wunderbare Tage zu verbringen. Was gibt es Schöneres, als tagelang durch Wälder und Wiesen zu ziehen,den Wind um die Ohren zu spüren und abends erschöpft und glücklich ins Bett zu sinken! Auch Charly wird jeweils unterwegs spürbar fitter und fröhlicher. Überhaupt scheinen die meisten Pferde richtig Spass am Nomaden-Leben zu haben; auch ausgeprägte Individualisten, stürmische Typen, sensible Seelen oder schreckhafte Charaktere werden plötzlich teamfähig, kontrollierbar, verkehrssicher und wagemutig. Picknick im Grünen Selbst die Reiterinnen und Reiter gewinnen zunehmend an Selbstbewusstsein und Lockerheit: sechs bis acht Stunden sitzt man in der Regel im Sattel des eigenen oder angemieteten Pferdes; und stets ist es ein wunderbar stolzes Gefühl, nebeneinander über abgemähte Felder zu galoppieren, Flüsse zu durchqueren, Hügel hinauf und hinunter zu klettern oder den Chor des Hufgeklappers auf dem Kopfsteinpflaster zu hören, wenn die Strecke durch Städtchen und Dörfer führt. Höhepunkte sind immer die Mittags-Halte: irgendwo an einem lauschigen Plätzchen, wo die Pferde im Schatten ihre „Siesta“ abhalten,während ihre Menschen heisshungrig über das von Joe Meury liebevoll vorbereitete Picknick herfallen. Zuweilen fühlt man sich in frühere Jahrhunderte zurückversetzt, als das Pferd noch das effizienteste Transportmittel war: in einem Tag legt man erstaunliche Strecken zurück, und hat gleichzeitig eine ideale Möglichkeit, die jeweilige Gegend zu entdecken. Im mehrfachen Sinne „unbelastet“ kann man sich dem Moment hingeben: Das Gepäck von Mensch und Tier wird nämlich im separaten Transporter von Ort zu Ort geführt. Man muss sich auch nicht ums Karten-Lesen kümmern, denn Joe oder Sabine haben die einzelnen Etappen im Vorfeld gründlich recherchiert und leiten die Gruppe kundig über schöne Nebenwege zum Ziel. Und alle Zwei- und Vierbeiner dürfen darauf zählen, dass jeweils ein schönes Nachtlager bereit steht. Dies kann eine einfache Pension, ein mondänes Hotel, ein Bauernhof oder eine Alphütte sein. Quer durch Frankreich Auf dem Rücken meiner früheren Stute Caledonia und meines jetzigen Wallachs Charly habe ich auf diese Weise Frankreich näher kennengelernt: wir haben abenteuerliche Ritte absolviert wie zum Beispiel Basel- Paris; Paris-Bordeaux , quer durch die Normandie oder das Burgund. Später folgten verschiedene Expeditionen im Elsass. Und egal ob das Wetter mitspielte oder nicht: die Stimmung unter den Reiterinnen und Reitern war stets heiter und fröhlich; und ich genoss die kulinarischen Spezialitäten des Landes und die grosse Gastfreundschaft der Menschen, die Vier- und Zweibeiner überall mit offenem Herzen aufnahmen. Highlight: „7-Kantöner“ Am meisten unterwegs war ich mit beiden Pferden allerdings im Jura: Der sogenannte „7-Kantöner“ ist ein „Klassiker“ im Trophy-Programm und eigentlich mein persönlicher Favorit: ein Wochenritt, der vom elsässischen Lutter über saftige Wiesen und durch romantische Schluchten in die jurassischen Freiberge führt. Dort verweilen wir dann jeweils mindestens zwei Tage, um dieses „Reit-Paradies“ auch wirklich auszukosten: Schon die Namen der Galopp-Strecken „Galop du silence“, „Le grand galop“ verraten, dass die Pferde hier auf den weiten, grünen Matten ihre „Pferdestärken“ voll einsetzen können. Jedesmal bin ich von der vielfältigen Natur von neuem überwältigt. Auch fasziniert mich, wie schnell dort oben das Wetter ändern kann: Mehrmals schon wurden wir plötzlich von einem heftigen Gewitter überrascht, sodass wir umgehend unter einer Tanne Schutz suchen mussten (unter den grossen Bäumen haben problemlos 12 Pferde Platz). Und so schnell, wie der Sturm jeweils aufgezogen war, konnte er auch schon wieder vorbei sein: die Sonne blinzelte wieder freundlich durch die Aeste und verwandelte die ganze Umgebung in eine geheimnisvollvernebelte Märchen-Landschaft. Bad im Murtensee Von den Jura-Höhen führt der „7-Kantöner“ dann wieder runter ins St.Immer-Tal und auf der anderen Seite wieder hoch über den Chasseral, wo wir mit einer herrlichen Weitsicht bis zu den Alpen belohnt werden. Nach dem Abstieg in der Gegend von Biel durchreiten wir die Seen-Landschaft des Bieler-, Murten- und Neuenburgersees. Ziel des Rittes ist Avenches, die Hochburg der Schweizer Reiterei. Und zum Finale gehört jeweils auch ein Bad imMurtensee; die meisten Pferde beschränken sich darauf, mit den Hufen zu planschen, aber es gibt immer auch Tiere, die nach der anstrengenden Woche so richtig ins kühle Nass eintauchen wollen: und nicht selten verpasst der Reiter den rechtzeitigen Absprung und nimmt gemeinsam mit seinem Vierbeiner ein unfreiwilliges Bad. Nach dem ersten Kälte-Schock eine wohltuende Erfrischung, die noch einmal alle Lebensgeister weckt, bevor es wieder zurück in den heimischen Stall geht. Und das Datum des nächsten „7-Kantöner“ hat man bereits dick in der Agenda eingetragen: Luzia Stettler und Charly PS. Raten Sie, welche 7 Kantone auf dem „7-Kantöner“ durchritten werden? (Basel-Land, Solothurn, Bern, Jura, Neuenburg, Freiburg, Waadt.)
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